So begann es, die Geschichte der Ortsgruppe Engelskirchen

Die Gründung der DLRG-Ortsgruppe ist eng mit der Errichtung des herrlich gelege­nen Freibades “Auf dem Schalken“ verbun­den.

 


Für die Kontrolle und fachgerechte Herstel­lung der Einrichtungen im Freibad wurde bereits 1963 Manfred Schmidt aus Porz als Schwimmeister eingestellt. Als engagierter DLRG‘ler begann er, sich einen neuen Be­kanntenkreis aufzubauen und für die DLRG zu werben. Bereits 1964 trainierte eine kleine Gruppe regelmäßig im Hallenbad Porz. Nach Eröff­nung des Freibades Engelskirchen konnte auch hier die DLRG mit der Ausbildungsar­beit beginnen. Die DLRG organisierte sich anfangs als “Stütz­punkt Engelskirchen“. Im Herbst wurden be­reits eine größere Anzahl von Rettungs­schwimmprüfungen (damals 44 Grundscheine und 3 Leistungsscheine) abgelegt. Die DLRG Engelskirchen wurde zunächst als Stützpunkt des Bezirkes Köln geführt.Die ständig steigenden Mitgliederzahlen und die räumliche Distanz zum Bezirk Köln machten einen eigenen Vorstand notwendig. Die ersten Vorstandswahlen am 02.10.1965 in der Gaststätte “Zum Rommersberg“ brach­ten im Ergebnis als 1. Vorsitzenden Hugo Kenntemich, sein Stellvertreter wurde Barthel Müller, Geschäftsführer und Kassierer Manfred Schmidt, technischer Leiter Karlheinz Niese, Protokollführer Hans-Georg Hartkopf. Zu den ersten Kassenprüfern wur­den Hugo König und Helmut Schmidt be­stellt.

 

Mit der Wahl des 1.Vorsitzenden Hugo Kenn­temich (nach den DLRG-Statuten eigentlich Leiter der Ortsgruppe), hatte der junge Ver­ein eine sehr glückliche Hand.

Kenntemich war im politischen Be­reich ein anerkannter Verfechter des Breitensports und war auch überregional in der Sportförderung sehr aktiv. Die DLRG Ortsgruppe Engelskirchen wurde schon damals Einzelmitglied im Kreissportbund des Rhei­nisch Bergischen Kreises und war in der Ent­wicklung der früher oft vertretenen Darstel­lung der DLRG als reine Sonderorganisation voraus. Der Slogan “Humanität und Sport“ wurde also in der Vereinsführung schon sehr früh praktiziert.

 Als Vereinslokal wurde die kleine aber ge­mütliche Gaststätte des Mitglieds Hugo Kö­nig in der damaligen Kölner Straße, unmittel­bar am Fußweg zum Schalken gelegen, ge­wählt.

Die Ausbildung und das Training der Ret­tungsschwimmer erfolgte an den Übungs­abenden nicht immer unter optimalen Bedin­gungen. Wenn man bedenkt, daß das seiner­zeit noch ohne Wasserwärmung betriebene Freibad am 01. April seine Pforten öffnete und erst Anfang Oktober winterfest gemacht wurde, kann man sich vorstellen, daß gerade im Frühjahr zum Teil noch bei winterlicher Witterung trainiert wurde. Die Wassertempe­ratur betrug an manchenTagen gerade 14°C.

Das Training beschränkte sich dann auf we­nige Minuten im Wasser. Die dringend not­wendige Erwärmung erfolgte danach in flüs­siger Form. Auch eine Wärmehalle gab es in den ersten Jahren des Freibadbetriebes noch nicht. Diese wurde erst im Jahre 1970 errichtet.

 


Es ist deshalb heute kaum vorstellbar, daß sich bei solchen zum Teil schlechten äußeren Bedingungen eine relativ hohe Zahl “Unent­wegter“ regelmäßig zur Ausbildung im Frei­bad einfanden. Eine Verbesserung der Trai­ningsmöglichkeit trat erst mit der Beheizung des Wasser im Sommer 1967 ein. Wie bereits erwähnt, fand das Training nach Dienstende des Schwimmmeisters statt. Zu dessen Aufgaben gehörte auch die Reini­gung der Liegewiese und der gesamten Ba­deanlage als auch das “Schrubben“ der fet­tigen Beckenkanten. Diese Arbeiten wurden immer unter intensiver Mithilfe der DLRG-Mitglieder ausgeführt, da ansonsten wegen des großen Umfangs dieser regelmäßig not­wendigen Arbeiten, Schwimmmeister Schmidt nicht als Trainer hätte zur Verfügung stehen können.

 

Der Einsatz der DLRG-Ortsgruppe auf diesem Gebiet wurde jährlich durch einen finanziellen Zuschuß der Gemeinde für die Vereinskasse honoriert.

 

Während der Wintermonate erfolgte die schwimmerische Ausbildung 1964 und 1965 im Hallenbad Porz, 1966 in Bensberg und von 1967 bis 1970 im Hallenbad Overath. Hans Worm hat in dieser Zeit den Trainingsbetrieb durch Transport der Jugendlichen zum Hallenbad wesentlich unterstützt.

 

Besonders intensiv wurde das Tauchen ge­übt. Wöchentlich gab es neue Streckenre­korde vor allem durch Monika Schubert und Manfred Schmidt. 50 Meter und mehr waren keine Seltenheit.

Eine erhebliche verbesserte AusbiIdungs­möglichkeit als auch Steigerung der Mitglie­derzahlen erzielte die Ortsgruppe mit Inbe­triebnahme des Hallenbades Lindlar. Viele Kinder und Jugendliche aus dem Raume Lindlar nahmen die Ausbildungs- und Trai­ningsangebote der DLRG an. Allerdings ent­wickelte sich der Stützpunkt Lindlar im Laufe der weiteren Jahre zu einer nicht unerhebli­chen Belastung für die Übungsleiter und Funktionsträger der Ortsgruppe Engelskir­chen. Es wurde daher versucht, den Stütz­punkt Lindlar von Engelskirchen abzukop­peIn und eine neue Ortsgruppe Lindlar mit eigenem Vorstand zu bilden. Sämtliche Be­mühungen auch des Bezirks Oberberg scheiterten jedoch, weil sich in Lindlar nie­mand bereit fand, die erforderlichen Ämter zu übernehmen. Das Ausbildungsangebot ruht daher in Lindlar seit 1985.

Bis zum Ende des Jahres 1974 war die Ortsgruppe Engelskirchen dem Bezirk Rhein-Berg zugegliedert. Durch die Neuordnung der Kreise und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen zum 01.01.1975 erfolgte auch eine Neugliederung der DLRG-Bezirke, so daß die Ortsgruppe Engelskirchen dem Bezirk Oberberg zugeordnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Hallenbad Ründeroth eröffnet, in dem die DLRG Engelskirchen eine vorzügliche Ausbildungsstätte erhalten hat.

Die Bestrebungen der DLRG, in jeder Ge­meinde nur eine Ortsgruppe zu führen, hatte zur Konsequenz, daß die Ortsgruppen En­gelskirchen und Ründeroth auf Vorschlag des Bezirks Oberberg durch mehrheitliche Beschlußfassung der Teilnehmer der ge­meinsamen Jahreshauptversammlung am 28.02.1 975 zur neuen Ortsgruppe Engelskir­chen zusammengefaßt wurden.

Zum Vorstand der neuen Ortsgruppe wur­den gewählt:

Otto Bungartz         (Leiter der Ortsgruppe)
Karl Heinz Empting (Stellverteter)
Rolf Steinjahn         (technischer Leiter)
Wolfgang Schulz    (Stellvertreter)
Horst Döring           (Geschäftsführer)
Dieter Livree           (Schatzmeister)
Marita Grass          (Frauenwartin)
Herbert Liersam u. Friedh. Wiebach (Beisitzer)
Birgitt Kurth u. Monika Döring          (Kassenprüfer)
Werner Kurth         (kommissarischer Jugendwart)

 

Hugo Kenntemich wurde von der neugebildeten Ortsgruppe als Ehrenvorsitzender bestätigt.

Den vorliegenden Versammlungs- und Bespre­chungsniederschriften ist zu entnehmen, daß das Jahr 1975 erfolgreich verlaufen ist. 70 neue Mitglieder konnten gewonnen werden; bei den Bezirksrettungsschwimmwettkämpfen gab es Siege der Jugendlichen und die Finanzlage wurde als gut bezeichnet.

 Bei der Breitenarbeit in der Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern war die Ortsgruppe Engelskirchen im Ober­bergischen Kreis am erfolgreichsten.

 Die Jahreshauptversammlung 1976 brachte einige Veränderungen im Vorstand.

Otto Bungartz gab nach 6jähriger Tätigkeit sein Amt als Leiter der Ortsgruppe an Hugo Kenntemich ab. In diesen 6 Jahren mit einem starken Zugang an Mitgliedern aus dem Be­reich Lindlar, hat sich die Ortsgruppe Engels­kirchen kontinuierlich weiterentwickelt.  

Marita Grass übernahm von Rolf Steinjan die Aufgaben des technischen Leiters.

In den folgenden Jahren rückte die Breiten­sportarbeit besonders im Kinder- und Ju­gendbereich immer mehr in den Vorder­grund. Bedingt durch die Ausbildungsmög­lichkeiten in den Hallenbädern Ründeroth und Lindlar, fand die DLRG regen Zulauf aus der Bevölkerung. An den jährlich stattfinden­den Rettungswettkämpfen auf Bezirks­ebene wurde immer mit Erfolg teilgenom­men und ohne einen Bezirksmeistertitel in irgend einer Altersklasse fuhr man selten nach Hause. Höhepunkte im Vereinsleben waren auch die Schwimmvergleiche mit den Freun­den aus der französischen Partnergemeinde Plan-de-Cuques.

 

Einen schweren Schlag erhielt die Ortsgruppe durch den überraschenden Tod des Leiters und Ehrenvorsitzenden Hugo Kenn­temich im Herbst 1981. Bei der Neuwahl des Vorstandes im Frühjahr 1982 übernahm Ulrich Wiedenhöfer den Vorsitz und wurde hierin bei der erneuten Wahl 1985 bestätigt.

 

In den vergangen Jahren war die DLRG ne­ben der erfolgreichen Arbeit in den Bädern auch bei anderen Veranstaltungen präsent.

Zum Beispiel bei der Darstellung der Hilfsor­ganisationen auf dem Edmund Schiefeling - Platz war man mit der Vorführung der Ausbil­dungsgeräte und einem Informationsstand vertreten. Wanderungen, Bootsfahrten am Himmelfahrtstag und Jugendfahrten runden das Programm ab.

Eine besondere Ehre wurde der Ortsgruppe Engelskirchen geboten, als sie zu einem in­ternational besetzten Rettungsschwimm­wettkampf, dem “Coupe de Noel 1986“, nach Marseille eingeladen wurde. Nach gründlicher Vorbereitung fuhren zwei Wett­kampfmannschaften in der Zeit vom 05.12. bis 08.12.1986 nach Südfrankreich.

Beteiligte Schwimmer waren:

Kerstin Büttner, Dagmar Herzmann,
Andrea Wrobe, Birgit Wiedenhöfer,
Christine Brunöhler, Birgit Meier,
Stefan Fries, Jörn Müller, Holger Bluhm,
Jörg May und Bernd Fries.

Großzügig unterstützt wurde diese Reise durch den Partnerschaftsbeirat der Ge­meinde Engelskirchen und unserer französi­schen Freunde in Plan-de-Cuques. Es zeigte sich jedoch, daß auf internationaler Ebene mit anderen Voraussetzungen und Möglichkeiten trainiert wurde, aber die En­gelskirchner trotzdem nicht ganz untergin­gen.

Nachdem, schon während der nächtlichen Busfahrt, kaum jemand ausreichend Schlaf gefunden hatte, begannen am Spätnachmit­tag die Wettkämpfe in einer völlig überhitz­ten Schwimmhalle, die sich bis weit nach Mitternacht hinzogen. Die Engelskirchener Schwimmer blieben weit hinter ihren Lei­stungsmöglichkeiten. Als schließlich Schwimmerinnen mit Kreislaufproblemen aufgeben mußten und ein Schwimmer gar mit einem Kreis!aufkollaps ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hatte sich die Mann­schaftsführung entschlossen, die Gesund­heit der eigenen Teilnehmer nicht weiter aufs Spiel zu setzen und nicht mehr weiter zu star­ten.

Auch die mitfühlenden und tröstenden Worten der sehr besorgten französischen Gastgeber vermochten an diesem Abend nicht mehr, die Engelskirchener Schwimmer wie­der aufzurichten. Die Abschlußveranstaltung und herzliche Verabschiedung am nächsten Tag ließ jedoch so manches vergessen. Die­ser Wettkampf wird allen Teilnehmern in Erin­nerung bleiben.

 

Eine Neuwahl des Vorstandes im März 1988 ergab folgende Besetzung:

OG-Leiter:               Werner Kurth
Vertreter:                Ulrich Wiedenhöfer
Geschäftsführer:      Horst Döring
Schatzmeister:        Udo Schmidt
Technischer Leiter:  Jürgen Deya
Tauchwart:              Wolfgang Korb
Beisitzer:                 Herbert Liersam
                               Fritz Haarhausen
                               Stefan Fries

 

 

Texte und Bilder wurden entnommen aus der Festschrift "25 Jahre Ortsgruppe Engelskirchen" von 1989. (rh)

 

Sollten Einwände gegen hier veröffentlichte Fotos, Bilder o.ä. existieren, bitte hier mailen.